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San Bernardino Kirche- Umbertide

Die Kirche San Bernardino steht in einer symbiotischen Beziehung zum Franziskaner-Komplex, an den Kreuzgang von San Francesco auf dem gleichnamigen Platz im historischen Zentrum angelehnt. Diese architektonische Verbindung offenbart bereits von außen ihre enge historische und spirituelle Bindung an den wichtigsten Franziskanersitz von Umbertide.

Von der Oratorium zum Barockjuwel

Die Entstehung dieses Ortes ist mit der leidenschaftlichen Predigt des Heiligen Bernhardin von Siena verbunden, der hier 1426 ein Oratorium für die Bruderschaft des „Buon Gesù“ gegründet haben soll. Jahrhunderte der Hingabe und des Wandels haben das Gebäude geprägt, wobei die radikalste Veränderung 1768 unter der Leitung des aus Perugia stammenden Architekten Giuseppe Notari erfolgte. Ihm verdankt es sein heutiges barockes Erscheinungsbild, bereichert durch die Stuckarbeiten von Giovanni Tomassini. Jüngste, sorgfältige Restaurierungen haben diesem geschichtsträchtigen Dokument wieder vollständige Lesbarkeit zurückgegeben.

Die Überraschende Geometrie eines Zentralraums

Hinter der schlichten Fassade eröffnet sich ein Innenraum von seltener Faszination. Der Zentralgrundriss, ein Quadrat mit konkaven Seiten, schafft einen fließenden und dynamischen Raum, der sich von der traditionellen Längsausrichtung von Kirchen entfernt. Der Blick wird durch das gekonnte Spiel der drei Gewölbe und Halbkuppeln gelenkt, die den Bereich der drei Altäre gliedern. Die Entdeckung eines mittelalterlichen Biforiums während der Restaurierungen im Jahr 2003 ist ein stummer Zeuge des früheren Lebens des Gebäudes.

Kunstwerke

Das künstlerische Erbe spiegelt die Hingabe der Bruderschaft wider, die es wollte:

  • Das Letzte Abendmahl von Muzio Flori (1605): dieses Altargemälde von beträchtlicher Größe dominiert den Hauptaltar, wo die segnende Hand Christi der blitzartige Mittelpunkt einer bewegten und irdischen Komposition ist. Der steinerne Altaraufbau, ein dorisches Triumphstück, korrespondiert mit den Stuckallegorien des Glaubens und der Hoffnung und vervollständigt so das Thema der theologischen Tugenden.
  • Die Holzstatue des San Bernardino: auf dem rechten Altar strahlt die aus Speierholz geschnitzte Statue – die dem Umkreis von Vecchietta zugeschrieben wird – eine hieratische Gelassenheit aus. Im 17. Jahrhundert in Rom erworben, wurde sie von Anfang an als Werk von großem Wert anerkannt.
  • Erinnerungen und Symbole: das Medaillon mit dem Bernardin-Dreistrahl über dem Portal und das Grab des Opernsängers Domenico Bruni fügen weitere Mosaiksteine zur reichen Biographie dieses Ortes hinzu.
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