Schloss Giove
Umgeben von dem alten Dorf, das sich im Laufe der Zeit um sie herum entwickelt hat, beherrscht die Burg von Giove – auch bekannt als Herzogspalast oder Palazzo Mattei – unangefochten den unteren Teil des Tibertals. Sie bietet ihren Besuchern einen außergewöhnlichen Ausblick, der vom Monte Amiata über die Cimini-Berge bis zum Monte Soratte reicht.
Eine lange Geschichte, die sich in den Jahrhunderten verliert
Die Burg wurde vermutlich auf den Überresten eines antiken heidnischen Tempels errichtet, der Jupiter geweiht war (daher der Name der Siedlung). Die ersten sicheren Nachrichten über den Castel di Jugo, wie er in den Dokumenten genannt wird, stammen aus dem Jahr 1191. Während des gesamten 13. Jahrhunderts wurde er aufgrund seiner strategischen Lage zwischen Umbrien und Latium von den Kommunen Orvieto, Todi und Amelia umkämpft. Die Burg war Schauplatz von Besetzungen und Kämpfen durch mächtige Feudalherren und Adelsfamilien, darunter Sciarra Colonna, die Orsini, die Alviano und die Anguillara. Im Jahr 1503 wurde die alte Festung infolge des militärischen Eingreifens von Cesare Borgia fast vollständig ihrer Verteidigungsanlagen beraubt.
Mitte des 16. Jahrhunderts wurde sie zu einem Lehen der mächtigen römischen Familie Farnese; im Jahr 1597 jedoch verkaufte Matteo Farnese die Burg an die Markgrafen der adeligen Familie Mattei, Asdrubale und Cesare. Besonders Asdrubale war ein großer Mäzen der Künste, Förderer Caravaggios und Auftraggeber des Architekten Carlo Maderno für den Familienpalast in Rom. Er ließ die alte Burg zu einer repräsentativen Wohnresidenz umbauen, um sie als Sommerresidenz zu nutzen.
Im Jahr 1643 verlieh Papst Urban VIII. Girolamo Mattei den Titel eines Herzogs: Von diesem Zeitpunkt an wurde die Burg als Herzogspalast bezeichnet. Die letzte Erbin der Familie Mattei war Herzogin Maria Anna, die den Marquis Antici aus Recanati heiratete. Aufgrund dieser Verwandtschaft war Adelaide Antici, die Mutter des Dichters Giacomo Leopardi, mehrfach Gast im Palast. Nachdem das Gebäude zahlreiche Besitzer gewechselt hatte, gehörte es zwischen 1985 und 2013 dem amerikanischen Regisseur und Produzenten von Horrorfilmen Charles Robert Band.

















