Castle of Acera nestled among the autumn woods of Umbria, with yellow and orange leaves framing the houses

Acera

Zwischen den Hängen des Monte Maggiore und des Monte Grande, auf fast tausend Metern Höhe (972 m ü. M.), liegt Acera, einer der höchstgelegenen Ortsteile von Campello sul Clitunno. Das Dorf, eingebettet in Eichen- und Ahornwälder — woraus sich wahrscheinlich sein Name ableitet — überragt das Tal des Baches Spina entlang der alten Route, die das Umbriatal mit der Valnerina verband.

Die Straße, die Acera durchquert, war einst eine wichtige Transhumanz-Route, die von Hirten und ihren Herden benutzt wurde, wenn sie von den Winterweiden der Maremma im Latium zu den Sommerweiden des umbrisch-marchigischen Apennins zogen. Bereits 1468 beherbergte das Dorf ein kleines Hospitale, eine Herberge für wandernde Hirten und Tiere, ein Beleg für seine strategische Bedeutung.

Die Ursprünge

Das Gebiet von Acera war seit der Antike bewohnt: archäologische Funde aus dem nahegelegenen Kastell von Monte Serano, aus der späten Bronzezeit, bezeugen eine stabile Besiedlung bereits in vorgeschichtlicher Zeit. Der Ortsname könnte von acer („Ahorn“) stammen, der einst in den Wäldern der Region üblich war, oder von arx („Burg“), als Hinweis auf den befestigten Charakter des Ortes.

In der Römerzeit durchzogen Nebenwege die Hänge des Monte Maggiore, verbunden mit der Via Flaminia, welche Spoleto, Trevi und das obere Clitunnotal miteinander verband. Erst im Mittelalter erhielt Acera jedoch eine stabile und erkennbare Rolle als befestigter Posten zur Kontrolle der Weiden und der Transhumanzwege.

Entstehung der Burg

Die Gründung der Burg Acera geht auf das 13. Jahrhundert zurück. In einem Dokument von 1296 wird sie als eines der ersten befestigten Dörfer des Spoletiner Gebiets erwähnt, verwaltet von einem Podestà.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden ihre Verteidigungsanlagen erweitert und an die lokalen Bedürfnisse angepasst. Im 16. Jahrhundert verfügte die Burg über einen eigenen Kastellan und gehörte zu den Besitztümern von Lanfranco Campello, zusammen mit der Burg La Spina.

Während des Aufstands gegen Spoleto 1522 schloss sich Acera der Rebellion an und leistete mehrere Tage lang heftigen Widerstand gegen die Truppen aus Spoleto unter der Führung von Andrea Pianciani, dem Erben von Pietro Pianciani. Nach der Kapitulation kehrte das Dorf — zusammen mit La Spina — unter die Gerichtsbarkeit Spoletos zurück und gelangte mit der italienischen Einigung endgültig zur Gemeinde Campello sul Clitunno.

Im 18. Jahrhundert ließ die Adelsfamilie Prioreschi einen polygonalen Turm errichten, der die Reste eines rechteckigen Turms aus dem 14. Jahrhundert und eines fünfeckigen Turms aus dem 16. Jahrhundert integrierte. 

Die Befestigung und ihre Kirchen

Acera bewahrt noch immer die typische Struktur einer mittelalterlichen Höhenburg, mit einem dreieckigen Grundriss, Ecktürmen und einem einzigen Tor, das ins Tal weist. Sichtbar sind noch Abschnitte der Wehrmauern, das Haupttor und ein rechteckiger Turm aus dem 14. Jahrhundert, neben dem fünfeckigen Turm aus dem 18. Jahrhundert der Familie Prioreschi.

Innerhalb der Mauern steht die Kirche San Biagio, ein kleines Gotteshaus, wahrscheinlich um 1296 erbaut, zur selben Zeit wie die Burg. Trotz späterer Veränderungen bewahrt die Kirche noch einfache, aber wertvolle Zeugnisse volkstümlicher Andachtskunst.

In der Nähe des Burgeingangs befindet sich die Kirche der Madonna del Rosario, deren Obergeschoss einst einer Bruderschaft gehörte. Später wurde sie als Schule genutzt und kürzlich in das Ethnographische Dokumentationszentrum für Transhumanz-Hirtenwesen umgewandelt. Ganz in der Nähe steht auch der Gemeindebackofen, ein Zeugnis des gemeinschaftlichen Dorflebens.

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